10 echte Heilpraktiker-Prüfungsfragen mit Lösung – zum Üben

Zehn echte Fragen aus den schriftlichen Prüfungen zwischen 2016 und 2026, quer durch alle Gebiete: Recht, Infektion, Psyche, Herz, Verdauung, Niere, Atmung, Blut, Schwangerschaft, Notfall. Klick die Antwort an, die du für richtig hältst, dann klappt die Lösung auf. Zähl deine Treffer mit. Am Ende steht, wie du das Ergebnis einordnest und wie du mit alten Fragen richtig arbeitest.
Bevor du anfängst
Drei Regeln, die du dir auch für den Prüfungstag merken kannst: Lies jede Frage zweimal. Bei Aussagenkombinationen bewerte erst jede Aussage einzeln mit richtig oder falsch, dann passt nur noch eine Kombination. Und wenn du bei einer Frage hängst, rate nicht sofort, sondern frag dich, welche Aussage die Prüfung hier als Falle eingebaut hat. Meistens ist es genau eine.
Die Fragen
Welche Aussage trifft zu? Bei einem psychisch Kranken ist eine Voraussetzung zur Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus nach rechtlichen Bestimmungen des jeweiligen Bundeslandes:
- A Fehlende Krankheitseinsicht
- B Akute erhebliche Eigengefährdung
- C Suchtmittelgebrauch
- D Unheilbare körperliche Erkrankung
- E Die Krankheitseinschätzung durch nächste Angehörige
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Richtig ist B.
Voraussetzung für die zwangsweise Unterbringung nach den Landesgesetzen (PsychKG, Psychisch-Kranken-Gesetz) ist eine akute erhebliche Eigengefährdung, also eine echte, jetzt bestehende Gefahr für sich selbst, zum Beispiel Suizidgefahr, oder eine Fremdgefährdung. Fehlende Krankheitseinsicht allein genügt nicht, bloßer Suchtmittelgebrauch nicht, eine unheilbare körperliche Krankheit nicht, und die Einschätzung der Angehörigen entscheidet nicht, sondern die tatsächliche Gefahr.
Welche Aussage trifft zu? Die Übertragung von Meningokokken erfolgt in der Regel
- A fäkal-oral
- B durch Tröpfcheninfektion
- C über kontaminierte Oberflächen
- D über die Haut
- E über Trinkwasser
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Richtig ist B.
Meningokokken werden durch Tröpfcheninfektion übertragen, also über feine Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen. Sie sitzen im Nasen-Rachen-Raum und gelangen so von Mensch zu Mensch. Deshalb bekommen enge Kontaktpersonen nach der Meldung ein Antibiotikum zur Vorbeugung.
Welche Aussage zur Kommunikation im Rahmen der motivierenden Gesprächsführung (Motivational Interviewing) trifft am ehesten zu?
- A Der Therapeut weist den Patienten möglichst oft direkt auf dessen Fehler hin
- B Der Therapeut vermeidet Diskussionen und direkt konfrontatives Vorgehen
- C Bei jedem Klienten geht der Therapeut gleich vor und nimmt eine gewisse Motivation an
- D Der Therapeut versucht, möglichst viele Argumente für eine Verhaltensänderung vorzuschlagen
- E Zur Verbesserung des Problemverständnisses stellt der Therapeut möglichst geschlossene Fragen oder immer wieder die gleichen Fragen
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Richtig ist B.
Bei der motivierenden Gesprächsführung vermeidet der Therapeut Streit und direktes Konfrontieren, er geht auf den Patienten ein und weckt dessen eigene Änderungsmotivation. Man weist nicht ständig auf Fehler hin (A), man geht individuell auf jeden ein (C), der Patient soll selbst Argumente finden, nicht der Therapeut (D), und offene Fragen sind besser als immer gleiche geschlossene Fragen (E).
Welche Aussage trifft zu?
- A Die Aortenklappenstenose tritt bevorzugt im jüngeren Lebensalter auf.
- B Die Aortenklappenstenose ist fast immer angeboren.
- C Die Aortenklappe trennt den linken Vorhof vom linken Ventrikel.
- D Eine Aortenklappenstenose kann lange Zeit asymptomatisch verlaufen.
- E Eine Aortenklappenstenose muss stets operiert werden.
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Richtig ist D.
Eine Aortenklappenstenose, also eine verengte Aortenklappe, kann lange keine Beschwerden machen, weil das Herz die Enge zunächst durch Muskelaufbau ausgleicht. A ist falsch, sie tritt eher im höheren Alter durch Verkalkung auf. B ist falsch, meist erworben. C ist falsch: Die Aortenklappe trennt die linke Kammer von der Aorta, Vorhof und Kammer trennt die Mitralklappe. E ist falsch, nicht jede Aortenstenose muss operiert werden.
Welche Aussage zu Darmkrebs einschließlich Vorsorgeuntersuchungen trifft zu?
- A Durch eine Koloskopie wird ein vorliegendes Kolonkarzinom immer entdeckt.
- B Darmkrebs ist die häufigste Ursache von frischem Blut im Stuhl.
- C Die Durchführung von Koloskopien und Tests auf okkultes Blut im Stuhl senken die Darmkrebsmortalität.
- D Das kolorektale Karzinom gehört zu den selteneren Krebsarten bei Männern und Frauen in Deutschland.
- E Die von den gesetzlichen Krankenkassen finanzierte Darmkrebs-Früherkennung wird Männern und Frauen gleichermaßen beginnend ab einem Alter von 70 Jahren angeboten.
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Richtig ist C.
Darmspiegelungen und Tests auf verstecktes Blut senken die Darmkrebs-Sterblichkeit, weil Vorstufen früh gefunden und entfernt werden. A ist falsch, eine Koloskopie findet nicht jeden Tumor. B ist falsch, die häufigste Ursache für frisches Blut sind Hämorrhoiden. D ist falsch, Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten. E ist falsch, die Vorsorge beginnt je nach Verfahren ab 50, nicht erst ab 70.
Welche Aussage zur Niere und zum Urin ist richtig?
- A In der Niere wird Harnstoff gebildet.
- B In der Niere wird Vitamin D in seine hormonell wirksame Form überführt.
- C Die Niere bildet im Laufe eines Tages ca. 1,8 Liter Primärharn.
- D Der Referenzbereich des spezifischen Gewichts des Urins liegt beim Gesunden zwischen 0,7 und 0,9 g/ml.
- E Durch die Fähigkeit der Niere zur Autoregulation kann die Niere bei Blutdruckwerten zwischen 35 und 240 mmHg systolischer Blutdruck normal arbeiten.
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Richtig ist B.
In der Niere wird Vitamin D in seine aktive, hormonell wirksame Form (Calcitriol) umgewandelt, das ist der letzte Aktivierungsschritt. A ist falsch: Harnstoff entsteht in der Leber, die Niere scheidet ihn nur aus. C ist falsch: Pro Tag entstehen rund 150 bis 180 Liter Primärharn, 1,8 Liter ist etwa die Endharn-Menge. D ist falsch: Das spezifische Gewicht liegt normal bei etwa 1,015 bis 1,025 g/ml. E ist falsch: Die Autoregulation funktioniert etwa zwischen 80 und 190 mmHg.
Bei einer Lungenentzündung finden Sie typische Untersuchungsbefunde. Welche Aussagen sind richtig?
- Die Atemfrequenz ist typischerweise erhöht.
- Der Stimmfremitus ist oft verstärkt.
- Je nach Ausprägung des Befundes besteht häufig eine Dämpfung in der Perkussion.
- Bronchiales Atmen ist nicht mehr auskultierbar.
- Die Bronchophonie ist meist vermindert.
- A nur 1, 2 und 3 sind richtig
- B nur 1, 3 und 5 sind richtig
- C nur 2 und 5 sind richtig
- D nur 3 und 4 sind richtig
- E 1-5, alle sind richtig
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Richtig ist A.
Bei einer Lungenentzündung ist die Atmung schneller (1), der Stimmfremitus verstärkt (2), weil das dichte, entzündete Gewebe das Brummen besser leitet, und der Klopfschall gedämpft (3). Falsch ist 4: Bronchialatmen ist bei der Pneumonie gut hörbar. Falsch ist 5: Die Bronchophonie ist verstärkt, nicht vermindert.
Welche der folgenden Aussagen zur Hämophilie A und B (Bluterkrankheit) trifft (treffen) zu?
- Zur Behandlung von Kopfschmerzen bei Patienten mit Hämophilie sind Thrombozytenaggregationshemmer (z. B. Acetylsalicylsäure) zu bevorzugen
- Petechien sind typische Symptome der Hämophilie
- Ursache der Hämophilie ist eine fehlende Thrombozyten-Bildung
- Von Hämophilie sind überwiegend Frauen betroffen
- Bei Hämophilie treten Einblutungen in große Gelenke auf (Hämarthrosen)
- A nur 5 ist richtig
- B nur 2 und 4 sind richtig
- C nur 3 und 5 sind richtig
- D nur 1, 2 und 5 sind richtig
- E nur 1, 3 und 4 sind richtig
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Richtig ist A.
Nur Aussage 5 stimmt: Bei Hämophilie bluten die großen Gelenke ein (Hämarthrosen). Aussage 1 ist falsch: ASS hemmt die Gerinnung zusätzlich und verschlimmert die Blutung. Aussage 2 ist falsch: Petechien, punktförmige Blutungen, gehören zum Thrombozyten-Problem, nicht zur Hämophilie. Aussage 3 ist falsch: Ursache ist ein fehlender Gerinnungsfaktor, nicht fehlende Blutplättchen. Aussage 4 ist falsch: Betroffen sind fast nur Männer.
Sie untersuchen eine hochschwangere Frau in Rückenlage. Plötzlich klagt sie über Beschwerden, sodass Sie ein Vena-cava-Kompressionssyndrom vermuten. Welche Aussage zum Vena-cava-Kompressionssyndrom ist richtig?
- A Beim Vena-cava-Kompressionssyndrom kommt es häufig zu einer Tachykardie des Fetus.
- B Ursächlich ist ein Abklemmen der Plazentagefäße durch Druck von der Vena cava.
- C Die Schwangere sollte am besten sofort in Kopf-Tieflagerung gebracht werden.
- D Die Schwangere sollte am besten sofort auf die rechte Körperseite gelagert werden.
- E Die Schwangere sollte am besten sofort auf die linke Körperseite gelagert werden.
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Richtig ist E.
In Rückenlage drückt die schwere Gebärmutter auf die untere Hohlvene, weniger Blut fließt zum Herzen zurück, der Blutdruck der Mutter fällt ab. Die richtige Sofortmaßnahme ist die Linksseitenlage, dadurch rutscht die Gebärmutter von der Vene weg. Die rechte Seite entlastet nicht (D), Kopf-Tieflage hilft hier nicht (C). Beim Kind kommt es eher zu einer Verlangsamung des Herzschlags (A falsch), und gedrückt wird die Hohlvene, nicht die Plazentagefäße (B falsch).
Welche der folgenden Hitzeerkrankungen stellt immer einen absoluten Notfall dar?
- A Sonnenstich
- B Hitzeerschöpfung
- C Hitzekollaps
- D Hitzschlag
- E Sonnenbrand
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Richtig ist D.
Von allen Hitzeerkrankungen ist nur der Hitzschlag immer ein absoluter Notfall: Der ganze Körper überhitzt auf über 40 Grad, das ist unmittelbar lebensbedrohlich, weil Kreislauf, Gehirn und Organe versagen. Sonnenstich, Hitzeerschöpfung, Hitzekollaps und Sonnenbrand sind in der Regel nicht sofort lebensbedrohlich.
So liest du dein Ergebnis
| Treffer | Was das heißt |
|---|---|
| 9 bis 10 | Du bist in diesen Gebieten prüfungsreif. Jetzt zählt die Breite: Mach dasselbe mit 60 Fragen am Stück und unter Zeit. |
| 7 bis 8 | Gutes Fundament. Schau dir bei jeder falschen Frage an, ob es Wissen war oder die Falle. Beides lässt sich gezielt schließen. |
| 5 bis 6 | Das Wissen ist da, die Fallen greifen noch. Übe die Technik: Aussagen einzeln bewerten, das „nicht“ unterstreichen, nie die erste Idee ankreuzen. |
| 0 bis 4 | Kein Grund zu erschrecken, das ist der Normalzustand am Anfang. Genau dafür gibt es einen Lernplan für zwölf Monate. |
Und eine Einordnung, damit du die Zahl nicht überschätzt: Zehn Fragen sind ein Sechstel einer Prüfung. Sie sagen dir, wie sicher du in zehn Themen bist, nicht, ob du bestehst. Was zählt, sind 45 von 60, über alle Gebiete, an einem Vormittag.
So arbeitest du richtig mit alten Fragen
Alte Fragen sind das beste Lernmittel für diese Prüfung, aber nur, wenn du sie richtig benutzt. Vier Regeln:
- Erklär jede Aussage, nicht nur die richtige. Bei einer Kombinationsfrage stehen fünf Aussagen. Die Prüfung hat sich bei jeder etwas gedacht. Wer nur die Lösung liest, lernt eine Antwort. Wer erklärt, warum die vier anderen falsch sind, lernt fünf Fakten.
- Korrigiere die falschen Aussagen. „Harnstoff wird in der Niere gebildet“ ist falsch. Was ist richtig? In der Leber. Schreib den richtigen Satz auf. So wird aus jeder Falle ein Merksatz.
- Zähl die Themen. Wenn du nach 200 Fragen merkst, dass dir jede dritte Frage zur Leber schwerfällt, ist das dein Lehrplan für die nächste Woche.
- Erwarte keine Wiederholung im Wortlaut. Die Fragen kommen selten wörtlich wieder, aber die Denkweise schon. Die Fazialisparese-Frage von 2008 kam 2026 in neuer Verpackung, mit denselben Ursachen und derselben Falle.
Wo diese Fragen herkommen
Seit März 2025 dürfen die Fragenbögen nicht mehr aus der Prüfung mitgenommen werden. Die Fragen hier und in der Community sind deshalb aus Gedächtnisprotokollen und älteren Bögen in eigenen Worten nachgebaut, so, wie sie in der Prüfung gestellt wurden. Der Wortlaut ist nicht der amtliche, die Inhalte, Fallen und Lösungen sind es. Alle Erklärungen sind gegen Lehrbuch und Gesetzestext geprüft.
- Lies jede Frage zweimal, bewerte Aussagen einzeln, unterstreich das „nicht“.
- Zehn Fragen sagen dir, wo du stehst, nicht, ob du bestehst. 45 von 60 zählen.
- Erklär die falschen Aussagen, korrigiere sie, zähl deine schwachen Themen.
- Die Prüfung wiederholt Denkweisen, nicht Wortlaute.
Heilpraktiker Wissen